Interview: Modulare Raumkonzepte

Konzeption, Raum

Wie gestaltet man modulare Raumkonzepte?

Ein Interview von Alexandros Stefanidis mit Anika Ostendorf, Interior Designerin bei Framework.

Anikas vorrangige Aufgabe besteht darin, eine Marke und ihre Botschaften räumlich zu übersetzen.
Oftmals sollen diese Markenräume skalierbar sein. Zum Beispiel für ein Event, eine Messe oder einen Store.
Aus groß muss klein, aus rund eckig werden.

Hier erklärt Anika, wie sie damit umgeht und gibt Tipps zur richtigen Herangehensweise.

 

Das Interview

Anika – was sind die Herausforderungen, wenn man ein einzelnes Raumkonzept auf verschiedene, vielleicht unbekannte, Ausstellungsflächen übertragen will?

Ein modulares Raumkonzept muss natürlich im Voraus sorgfältig geplant werden, sodass es eine bauliche und gestalterische Flexibilität mit sich bringt, die auf unterschiedlichsten Flächen funktioniert.
Die eigentliche Herausforderung aber ist, die Markenbotschaft zu übersetzen – und zwar so, dass sie ankommt und im Kopf bleibt. Das Raumkonzept soll die Stärken des Kunden optisch und inhaltlich widerspiegeln. Dieses Ziel auch auf kleinstem Raum zu erreichen ist für mich der Anspruch.

 

Was sollte man auf jeden Fall im Voraus bedenken?

Die wichtigste Frage für mich ist: Was soll beim Besucher ankommen? Im Voraus sollte also ein Ziel definiert werden. Wünscht der Kunde sich zum Beispiel ein breites Portfolio zu zeigen oder liegt der Fokus auf einem Produkt? Ist der Auftritt eher informationsorientiert oder dient er, um neue Handelsbeziehungen zu schließen? Basis eines Raumkonzeptes kann auch ein Thema sein – ein bestimmtes Material, eine Farbe, oder eine Form, die variiert und interpretiert wird.

Die Anforderungen gilt es sinnvoll zu gliedern und in einem Konzept schlüssig zusammenzubringen. Im nächsten Schritt wird es dann auf Aspekte wie Budget, Design und auch Nachhaltigkeit übertragen. Bei Einsätzen über einen längeren Zeitraum kann es durchaus sein, dass einige Module aktualisiert oder neugestaltet werden müssen. Deswegen sollte man versuchen, geschickt zu investieren, um unnötige Produktionen zu vermeiden.

Interview: Modulare Raumkonzepte

Natürlich bringen Konzepte dieser Art auch Haken mit sich 
– was war der größte Gau, den du erlebt hast?

Zwei Dinge, die mir spontan einfallen, sind Fehlproduktionen von Banner-Grafiken oder falsche Maßangaben von Exponaten und sogar Räumen. Daraus lernt man, sich in der Planung so oft wie nur möglich rück zu versichern oder lieber einmal zu viel nachzuhaken. Vor Ort darf man in solchen Fällen nicht die Nerven verlieren, sondern sollte schnellstmöglich und zielorientiert handeln. Glücklicherweise konnten alle Fehlplanungen, die ich erlebt habe, immer noch korrigiert werden. Jedes Projekt ist anders und neu. Spannend vom Anfang bis zum Ende.

 

Gibt es bestimmte Tools, um sich die Arbeit zu erleichtern?

Es gibt bestimmte Grundsätze, die man bei der Entwicklung eines Raumkonzeptes sicherlich als eine Art Checkliste nutzen kann. Von einem direkten Tool, welches mir die Arbeit erleichtert, ohne mich möglicherweise in der Konzeptentwicklung einzuschränken, habe ich bisher noch nicht erfahren. Ich mag es, ein Konzept von Grund auf neu zu denken, um für den Kunden den bestmöglichen Aufritt zu erzielen. Als Tool für Inspirationen oder Ideen lässt sich z.B. “Instagram” gut nutzen. Ich folge hier einer großen Auswahl an Designern oder Designstudios, Künstlern, Fotografen, Möbel-/ Interior Design Anbietern und Zeitschriften oder Firmen aus der gleichen Branche.

 

Kannst du mir da ein paar konkrete Namen nennen? Einen Künstler, ein Designstudio oder ein Magazin, die dich inspiriert?

Zu meinen Favoriten im Designbereich gehören zum Beispiel “Es Devlin“, “Stefan Diez” oder das “Studio Besau Marguerre“. Auf Produzentenseite verfolge ich regelmäßig “E15” oder auch “Hem“. Gerne schaue ich auch mal in das “Frame Magazine” oder das “Designboom Magazine“.

 


Mitarbeiterbild Anika Ostendorf

Anika Ostendorf

Produktdesign

Jedes Projekt ist anders und neu. Spannend vom Anfang bis zum Ende.

Habt ihr Fragen, Anregungen, Ideen oder Kritik zum Thema „modulare Raumkonzepte“?
Meldet euch bei uns unter info@framework.tv
Treibhaus 0.8 bei FRAMEWORK
Sommerfest 2019

Ähnliche Beiträge

Treibhaus 0.8 bei FRAMEWORK

Konzeption, Raum

Letzte Woche Freitag und Samstag fanden in unseren Räumen die Abschlussprüfungen des treibhauses 0.8 statt. treibhaus 0.8 ist ein Weiterbildungsprogramm für Volontäre und Junioren von Kommunikationsagenturen mit dem Schwerpunkt Live/Event.

Weiterlesen
Menü